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24.02.2005

Segeltörn S.V.FLORETTE Liparische Inseln

Kontinent

Europa

Land

Italien

Reisezeit

Juli 2002 bis August 2002

Route

Vibo Marina (Festland Kalabrien) - Lipari - Vulkano - Salina - Lipari - Panarea - Stromboli

Windjammer Feeling
Als wir in den Hafen von Vibo Marina kamen, spürten wir schon von weitem die Magie des alten Frachtenseglers, der vor uns hoch aufragte und in seinen massiven Rumpf ganz sicher spannende Seemannsgeschichten bewahrt.
Immer hin lief die Florette 1921 vom Stapel und das macht sie so bezaubernd.

Ein freudiger Schauer lief uns den Rücken herrunter bei dem Gedanken, jetzt eine Woche aufs azur blaue Thyrrenische Meer zu fahren und unter weißen Segeln das Leben zu genießen, Vulkane zu besteigen, im Vollmondlicht bei Wein und Gitarrenmusik mit Freunden über Gott und die Welt zu plaudern.
Eben ganz weit weg zu sein und frei.

Alles passte perfekt
Die Crew war super nett - eine spannende Mischung: Kapitän Ron ist Engländer, seine Frau Christel Deutsche, Rony ihr Sohn ist auf dem Schiff aufgewachsen, Nicole kommt aus Canada.

Christel hat jeden Tag für uns das leckerste Essen zu bereitet, mal italienisch, mal deutsch- es war immer ein Genuß.

Die anderen hatten das Schiff voll im Griff und wenn wir Gäste wollten - manchmal auch situativ mußten- legten wir mit Hand an.

Glücklicher Weise passten wir Gäste auch gut zu einander, wir waren alle ungefähr im gleichen Alter, Reiselust war unser gemeinsamer Nenner und wir verstanden uns richtig gut.

Leinen los!
Am ersten Abend machten wir uns also vertraut mit unseren neuen Weggefährten, dem Schiff und unserer Reiseroute.

Alle waren gespannt auf die nächsten Tage.

Bei 30 °C und Sonne pur setzten wir am nächsten Tag die Segel.

Isola Lipari
Lipari war die schönste der Inseln, wie ich im Nachhinein sagen kann. Das Leben ist nicht nur italienisch, es ist sehr ursprünglich und es machte ein besonderes Vergnügen am Hafen im Ristorante eine Pizza Italiano zu
bestellen und einfach nur den schönen Liparis bei ihrem täglich Tun zu zu sehen.

Isola Vulkano
Wie der Name vermuten lässt, bestiegen wir hier unseren ersten Vulkan. Ein sportlicher Aufstieg, aber für jedermann zu schaffen. Vulkano ist nicht mehr aktiv, aber der imposante Blick in den Krater ist farbenprächtig und spannend zu gleich: eine Augenweide. Überall dampfen Schwefelwolken aus dem Lavagestein und gelbe Kristalle formieren sich an den Austrittslöchern. Die Nase sollte man nicht so dicht darüber halten ;-).
Die Fernsicht vom Kraterrand ist grandios. Man kann die anderen Liparischen Inselformationen, die sich aus dem tinten blauen Meer erheben, überblicken und unser riesiges Segelschiff erschien winzig wie ein Spielzeug.

Stromboli - der ständig aktive Vulkan
Das Schiff näherte sich dem Höhepunkt unserer Reise.
Wir sahen ihn schon lange am Horizont, die weißen Rauchschwaden, die aus seinem Kegel stiegen übten eine magische Anziehungskraft auf uns aus. Naturgewalten erwarteten uns und wir ahnten nicht, daß wir so nah dran sein werden. Morgen dann...
Wir ankerten am Abend im Schutze einer vorgelagerten Insel, so hatten wir ihn die ganze Nacht im Blick. Es war traumhaft. Wir saßen beieinander es gab Wein, Rauch, Geschichten und Lieder. Es ging ein lauer Sommerwind, der Himmel war sternenklar und der Vollmond machte das Schaupiel perfekt, wenn hablbstündlich ein Feuerwerk aus dem Kraterschlund empor schoß.
Die Entfernung war groß, aber wir fühlten uns mittendrin. Wir saßen noch ewig in dieser Kulisse und gingen irgendwann glücklich und mit Vorfreude in unsere Kojen.

Aufstieg zum Stromboli
Am nächsten Morgen galt der erste Blick an Deck unserem Star- dem Stromboli, den wir am Abend entdecken werden.
Nach dem Frühstück gab uns die Crew noch einige Infos für den Tag und für unsere kleine Tourausrüstung.
Wir fuhren nah an den Hafen von San Vincenco und Rony stetzte uns mit dem Schlauchbot über. Der Tag gehörte uns und so erkundeten wir die Insel.
Gegen 17.30 Uhr trafen wir uns an der Guidestation MAGMATREK wieder. Um 18 Uhr ging es los. Wir waren eine bunte Truppe verschiedenster Nationalitäten. Unser Guide war Lorenzo Russo - eigentlich promovierter Biologie, aus Mailand stammend, aber seit vielen Jahren auf der Insel, die er inzwischen wie seine Westentasche kennt. Es begann ganz harmlos, dann stieg der Pfad an und wurde unwegig, ab und zu kam bereits die eine oder andere helfende Hand entgegen, später ging es teilweise nur auf "allen Vieren" weiter. Höher, immer höher stiegen wir, der Ausblick war herrlich. Wir sahen seitlich die Aschebahn, die bis ins Meer hinunter lief. Unten im Meer vor der Insel lagen ca. 20 Schiffe unterschiedlicher Art und Größe - sie waren für uns nur Punkte. Wir sahen die kleinen Blitzlichter Ihrer Fotokameras. Es wurde immer dunkler. Nach 2,5 Stunden erreichten wir den ersten Haltepunkt. Alle waren naß geschwitzt- wir hatten auf Anraten Wechselsachen dabei. Ohne Sonne war es kühl und in dieser Höhe ging ein frischer Wind. Mit Taschenlampen suchten wir uns auf einem kleinen schmalen Plateau einen Platz zum Setzen. Es war dunkle Nacht, alle murmelten in ihrer Sprache, die Lichter der Lampen zeigten noch Bewegungen. Keiner von uns wußte, was jetzt kommt, wir konnten nichts sehen. Wir saßen, ruhten etwas aus und waren gespannt. Plötzlich gab es eine ohrenbetäubende Eruption ganz nah und ein kleines Feuerwerk erhellte die Nacht. Wir waren beeindruckt! Da waren sie also die Feuerschlunde. Vor und etwas über uns in der Dunkelheit. Es war wirklich spannend.
Während wir noch völlig gebannt saßen und unseren ersten "Vulkanausbruch" bewunderten, ging der Trekk langsam weiter, noch höher, einen ziemlich steilen frei liegenden Weg, bei nur punktueller Sicht durch Taschenlampen. Wir schlossen uns an bis auf 920 m Höhe. Nach insgesamt 3 Stunden Aufstieg war das Ziel erreicht. Ein Plateau über den Kratern. Von hier aus konnte man direkt in die rot gelb glühende und dickflüssig brodelnde Lava hinuntersehen. Es war einmalig! Halbstündlich gab es neue Eruptionen, wir verfolgten, wie sich jeweils dannach alles entspannte, und sich langsam der Druck wieder aufbaute. Alle versuchten im richtigen Moment auf den Auslöser ihrer Kamera zu drücken. Es war nicht so einfach, was Zeitpunkt und Belichtung betrifft. Trotzdem hier unser Versuch :-).
Wir blieben ca. 45 min und hatten 3 mal Feuerwerk aus zwei Kratern.
Dann mußten wir den Rückweg antreten.
Der steile und staubige aber sanfte Abstieg über die nördliche Aschebahn dauerte 2 Stunden.
Im Hafen holte uns Rony mit dem Schlauchboot heim....

Es war wirklich ein nachhaltiges Urlaubserlebnis.

Jetzt, da ich hier so schreibe, könnt ich gleich wieder hinauf steigen.

yin :-)

Den Segeltörn könnt Ihr übrigens jederzeit buchen. Im Verzeichnis Activpoints findet Ihr die website der Florette.


yin

 

 

 
 

unser tolles Schiff

 
 

Nostalgie

 
 

Bordleben

 
 

Vulkano Krater

 
 

Kraterwanderung

 
 

Fernblick vom Vulkano

 
 

Abendessen auf Salina

 
 

Am Fußes des Stromboli

 
 

Rony macht das Schlauchbot klar

 
 

Treffpunkt MAGMATREK

 
 

Stromboli Trekking

 
 

Aufstieg - seitlich die Aschebahn

 
 

1. Plateau Schwefel in der Höhenluft

 
 

Plötzlich ein lautes Feuerwerk

 
 

Eruption am 2. Plateau

 
 

Unter uns die Hölle

 
 

Rony holt uns heim

 
 

Abschiedsstimmung im Hafen :-(