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Ein Land unterwegs aus der Apartheid
Zwar ist durch den Mut von - pars pro toto - de Klerk und Mandela die Apartheid seit sechzehn Jahren aufgehoben. Aber so, wie in Deutschland die Dauer einer Generation nötig scheint, die mentalen Folgen der Mauer zu überwinden, so braucht auch Südafrika Zeit, die mentalen Folgen der Apartheid zu überwinden. Zu viele sind es noch, die geprägt sind durch "Initiative lohnt sich nicht" und die Wohltaten vom Staat erwarten - um sie randwendend in Alkohol umzusetzen. Faktisch sind heute auch die Townships noch so, dass es unglaublich schwer ist, aus diesem Teufelskreis zu entfliehen. Das Problem wird noch verschärft dadurch, dass seit der Abschaffung der Apartheid Schulgeld verlangt wird - man kann sich nur an den Kopf fassen. Aus diesem Nährboden heraus ist Südafrika kein Reiseland ohne Risiken: Wir haben den Rat, vor der Dunkelheit unser Quartier zu erreichen, eisern eingehalten.
Leider scheint es auch so zu sein, dass die aktuelle überwiegend schwarze Regierung kein guter Sachwalter schwarzer Interessen ist: Es lehnt sich die junge schwarze Generation gegen die schwarze Führungsriege auf, um der Korruption Herr zu werden.
Nicht zuletzt sind in keinem uns bekannten Land der Erde die Unterschiede zwischen den Ärmsten und den Reichsten größer als hier. Kein Wunder daher, dass man selbst als Tourist, der nur eine Woche beruflich und eine Woche privat dort war, die Spannungen spürt.
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